Dem Geruch auf der Spur - plötzlich ist es ein Buch

Shownotes

Mehr als zehn Jahre gesammeltes Wissen, sieben Wochen im Schreibrausch, 160.000 Wörter und rund 300 Fotos: In der ersten Folge von „Zwischen den Spuren“ erzähle ich, wie aus einer Idee tatsächlich mein Buch Dem Geruch auf der Spur wurde.

Es geht um fehlende Quellen und mühsame Recherche, einen spontanen Anruf beim Wunschverlag, besondere Menschen, die an dieses Projekt geglaubt haben – und um den unbeschreiblichen Moment, das fertige Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten.

Dem Geruch auf der Spur ist überall im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich: https://motorbuch-versand.de/shop/42379-dem-geruch-auf-der-spur

Themen dieser Folge: • Wann wird aus einer Idee wirklich ein Buch? • Welche Umwege gehören zur Entstehung? • Wer trägt ein solches Projekt mit? • Wie fühlt es sich an, das eigene Buch erstmals in den Händen zu halten?

Mehr Informationen: Karina Kalks Sachverständige für Hunde | Autorin | Mantrail Academy Austria

Buch: „Dem Geruch auf der Spur – Geruchssinn verstehen bei Hund und Mensch“

Die Frage dieser Folge: Wie wird aus jahrelang gesammeltem Wissen plötzlich ein Buch?

Transkript anzeigen

00:00:02: Die Antwort auf alles ist Geruch.

00:00:09: Ein Podcast über Geruch, Hunde und die Fragen dahinter mit Karina Kalks.

00:00:23: Hier ist es also dem Geruch auf der Spur Mein Buch Und diesmal sage ich das nicht mehr während ich auf eine Datei auf meinem Mac oder auf gesetzte Seiten am Bildschirm schaue.

00:00:38: Ich halte es tatsächlich in meinen Händen.

00:00:42: Als ich das erste Paket geöffnet habe, war da zunächst dieser Geruch der unverwechselbare Geruch neuer Bücher.

00:00:51: nur dass es diesmal nicht irgendein neues Buch war?

00:00:55: Es ist meins!

00:01:01: Ich kenne jedes Wort, jedes Bild und trotzdem fühlt es sich vollkommen neu an.

00:01:18: Was dieser Augenblick mit mir gemacht hat lässt sich kaum beschreiben!

00:01:24: Es war unglaublich groß unfassbar schön.

00:01:31: mehr als zehn Jahre gesammeltes Wissen und über zwei Jahrzehnte Erfahrung liegen plötzlich als wirkliches Buch vor mir.

00:01:42: Und ich war und bin einfach unglaublich stolz!

00:01:48: Für andere ist es ein neues Buch, das Sie aufschlagen und entdecken können – für mich ist es Teil meines Lebens, der plötzlich einen Einwand bekommen hat.

00:02:01: Aber vielleicht sollte ich von vorne beginnen?

00:02:04: Denn die Geschichte dieses Buches begann Lange vor dem ersten geschriebenen Satz.

00:02:24: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Die Antwort auf Alles ist Geruch!

00:02:33: Diese Folge gehört nicht zu meiner Reihe über Mythen-und Märchen im Man Trailing, auch nicht zu Karinas Bücherregal – heute beginnt etwas Neues zwischen den Spuren.

00:02:47: In dieser Ruprik soll Platz sein für Persönliche Geschichten für besondere Begegnungen und für all das, was rund um die Arbeit mit den Hunden geschieht.

00:02:58: Aber in keine klassische Fachfolge passt.

00:03:02: Und persönlicher könnte diese erste Folge kaum sein!

00:03:07: Ich möchte Euch erzählen wie aus einer über viele Jahre gewachsenen Sammlung erst eine Idee dann ein Manuskript und schließlich tatsächlich ein Buch geworden ist?

00:03:20: Und ich möchte euch erzählen, was dem Geruch auf der Spur für mich bedeutet.

00:03:39: Seit weit mehr als zehn Jahren sammle ich alles, was sich über Geruch und Riechen finden kann – ganz unabhängig davon um welches Lebewesen es dabei geht!

00:03:51: Studien, Fachtexte, Beobachtungen, Erklärungsmodelle, Zeitungsartikel und manchmal auch nur einzelne Gedanken die mir wichtig erscheinen.

00:04:03: Geruch hat mich nie nur im Zusammenhang mit dem Hund interessiert.

00:04:08: Natürlich ist die Hundenase ein wesentlicher Teil meiner Arbeit und meines Lebens, aber wer Riechen wirklich verstehen möchte kann nicht ausschließlich auf den Hund schauen.

00:04:20: Erkenntnisse über den Menschen, über andere Säugetiere, über Insekten und viele weitere Lebewesen können uns helfen zu begreifen was Geruch wie unterschiedliche Richtsysteme arbeiten und welche Bedeutung dieser Sinn für Leben, Verhalten und Orientierung besitzt.

00:04:41: Vieles davon begleitet mich schon lange.

00:04:44: ich spreche darüber Ich denke darüber nach Und natürlich fließt dieses Wissen in meine Arbeit mit Hunden ein.

00:04:54: Es verändert, wie ich ihr Verhalten betrachte Wie ich ein Training gestalte und welche Fragen ich stelle wenn ein Hund bei einer Suche etwas anders macht, als wir Menschen erwartet haben.

00:05:08: Ich arbeite seit mehr als zwei Jahrzehnten im Mantrailing und mit Zuchunden.

00:05:14: In dieser Zeit habe ich sehr viele Hunde gesehen unterschiedliche Rassen, unterschiedliche Persönlichkeiten Anfänger ebenso wie erfahrene Einsatzhunde Und je länger ich mit ihnen arbeitete desto weniger Genügten mir einfache Antworten.

00:05:35: In der Nasenerarbeit werden Erklärungen oft von einer Generation an die nächste weitergegeben.

00:05:42: Manche davon sind plausibel, manche beruhen auf guter Beobachtung, manchen wurden durch Forschung bestätigt und manche klingen nur deshalb wahr weil sie oft genug wiederholt wurden.

00:05:57: Mich interessierte immer was wissen wir tatsächlich?

00:06:02: Was lässt sich wissenschaftlich erklären?

00:06:05: Wo müssen wir genauer unterscheiden und wo beginnt die Spekulation.

00:06:12: Irgendwann entstand aus all dem eine Idee, dieses Wissen sollte nicht nur in meiner persönlichen Sammlung bleiben.

00:06:22: es sollte auch anderen Menschen zugänglich sein allen die sich dafür interessieren wie geruch entsteht wie riechen funktioniert und welche erstaunliche Welt sich hinter einem Sinn verbirgt, den wir im Alltag oft kaum bewusst wahrnehmen.

00:06:40: Die Idee daraus ein Buch zu machen war also schon vor über zehn Jahren da – nur zwischen einer Idee und einem wissenschaftlich fundierten Buch liegt mitunter ein ziemlich weiter Weg!

00:07:06: Meine Aufzeichnungen waren über lange Zeit ausschließlich für mich selbst gedacht….

00:07:12: Ich hatte wissenschaftliche Erkenntnisse festgehalten, eingeordnet und in meine Arbeit einfließen lassen.

00:07:19: Aber diese Notizen waren niemals für eine Veröffentlichung angelegt.

00:07:24: Deshalb waren die Quellenangaben nicht immer vollständig genug um daraus unmittelbar einen sauber belegtes Buch zu machen.

00:07:33: Anders gesagt ich hatte über Jahre Ergebnisse gesammelt aber mir viel zu oft nicht ordentlich dazugeschrieben, woher sie stammten.

00:07:43: Für mich persönlich hatte das lange funktioniert.

00:07:47: Ich wusste was ich gelesen hatte, kannte die Zusammenhänge und konnte damit arbeiten.

00:07:53: Für ein Buch reicht es natürlich nicht zu sagen!

00:07:56: Ich habe irgendwann einmal eine Studie gelesen in der das so stand.

00:08:02: Wissenschaftliche Aussagen brauchen nachvollziehbare Quellen – man muss zeigen können wer etwas untersucht hat, wann es untersucht wurde wie die Untersuchung aufgebaut war und was dabei tatsächlich herauskam.

00:08:18: Und man muss noch einmal genau hinsehen ob die Schlussfolgerung die man selbst daraus gezogen hat vom Ergebnis überhaupt getragen wird.

00:08:29: Viele der ursprünglichen Arbeiten wiederzufinden war erstaunlich schwierig.

00:08:34: eine gewöhnliche Google-Suche für den oft nicht zu jenen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zurück, die ich Jahre zuvor gelesen hatte.

00:08:43: Ich kannte vielleicht das Ergebnis oder die grundsätzliche Fragestellung aber nicht mehr den exakten Titel- oder die Namen davor schänden.

00:08:54: Einen entscheidenden Unterschied machte schließlich die künstliche Intelligenz.

00:08:59: und bevor jetzt jemand zusammenzugt nein sie hat mir die wissenschaftliche Arbeit nicht abgenommen!

00:09:07: Und ihren Angaben durfte ich keinesfalls einfach vertrauen.

00:09:11: Künstliche Intelligenz macht Fehler, sie kann Autorennamen Jahreszahlen und Inhalte verwechseln – und sogar Veröffentlichungen nennen die überhaupt nicht existieren!

00:09:26: Man muss kontrollieren…und manchmal nicht nur einmal sondern dreimal.

00:09:33: Aber plötzlich hatte ich ein Werkzeug mit dem ich anhand einer Fragestellung eines beschriebenen Ergebnisses einer Tierart oder eines ungefähreren Zeitraumes gezielter suchen konnte.

00:09:46: Die KI lieferte nicht die Belege für mein Buch, sie half mir mögliche Wege zurück zu den Originalarbeiten zu finden und danach begann die eigentliche Arbeit.

00:09:59: Existiert diese Studie tatsächlich?

00:10:02: Stimmen die Autoren Titel und Erscheinungsjahr?

00:10:06: wurde wirklich das untersucht, woran ich mich erinnerte und lässt das Ergebnis jene Aussage zu die ich im Buch treffen möchte.

00:10:17: So bekam meine über viele Jahre gewachsene Sammlung nach und nach wieder vollständige Quellen.

00:10:25: Wissenschaftliche Erkenntnisse hatten plötzlich Wiedernahmen Jahreszahlen und konkrete Veröffentlichungen Und damit war klar mit sehr viel Recherche Sorgfältiger Prüfung konnte aus der lange gehegten Idee tatsächlich ein Buch werden.

00:10:56: Und dann war ich wie im Rausch!

00:11:00: Am Anfang gab es eine grobe Skizze davon, was in diesem Buch vorkommen sollte – sieben große Kapitel.

00:11:08: Zunächst nicht viel mehr als ein Gerüst aber dieses Gerüst begann sich sehr schnell zu füllen.

00:11:14: Aus einzelnen Gedanken wurden Abschnitte aus Abschnitten unter Kapitel und plötzlich nahm das Buchgestalt an.

00:11:23: Es war tatsächlich wie ein Flow!

00:11:27: Ich habe keine Ahnung, wie sich an Runners High anfühlt – aber ich weiß inzwischen sehr genau, wie es sich anfühilt wenn man nicht aufhören kann zu schreiben.

00:11:38: Ein Gedanke führte zum nächsten.

00:11:40: Eine Studie eröffnete die Tür zur einer weiteren Fragestellung.

00:11:45: Ein Zusammenhang den ich längst kannte bekam beim Schreiben nochmal eine andere Bedeutung.

00:11:52: Und ständig tauchte etwas auf, das ebenfalls in dieses Buch gehörte.

00:11:59: Sieben Wochen dauerte die intensive erste Schreibphase, sieben Wochen mit zu wenig Schlaf sehr viel Zeit vor dem Meck und vermutlich auch deutlich zu wenig geistige Anwesenheit Zuhause.

00:12:16: Ich schrieb suchte nach weiteren Studien, las überprüfte und schrieb weiter.

00:12:23: Kaum war eine Frage beantwortet öffnete sich die nächste Schreiben schreiben schreiben unter Zwischen immer wieder suchen lesen und kontrollieren.

00:12:36: ich war körperlich zwar zu Hause aber mit meinen Gedanken sehr oft noch bei irgendeiner Studie einem Kapitel oder einer Formulierung.

00:12:47: Für Katja, meine Partnerin war das keine leichte Zeit.

00:12:54: Sie hat diese Woche mitgetragen – den Schlafmangel, meiner Abwesenheit trotz Anwesenkeit und wahrscheinlich sehr viele Sätze die mit «Ich muss nur noch schnell begonnen haben».

00:13:09: Ein Buch entsteht schließlich nicht nur aus der Zeit der Person, deren Name später auf dem Cover steht.

00:13:16: Es beansprucht auch Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld von den Menschen die mit ihr leben.

00:13:23: Dass ich mich sieben Wochen lang so vollständig in dieses Manuskript vertiefen konnte war nur möglich weil Katja es mitgetragen hat.

00:13:46: Meine allererste Vorstellung waren ungefähr vierzig tausend Wörter.

00:13:52: das erschien mir als realistischer Umfang Und sehr lange hielt diese Vorstellung nicht.

00:14:00: Aus den geplanten vierzigtausend wurden zunächst achtzigtausende Wörter.

00:14:06: Und auch dabei blieb es nicht, denn je tiefer ich in das Thema einstieg, desto mehr Zusammenhänge wurden sichtbar.

00:14:14: Immer wieder stieß ich auf einen Aspekt, dem man nicht einfach in zwei Sätzen abhandeln konnte – auf eine Studie die eine neue Frageaufwaffe oder auf ein scheinbar kleines Detail ohne dass an anderer Stelle etwas Entscheidendes gefehlt hätte.

00:14:33: Und am Ende waren es unglaubliche einhundertsechzig tausend Wörter, viermal so viele wie ursprünglich geplant.

00:14:45: und dann lag da plötzlich eine erste vollständige Fassung vor mir – noch kein Buch aber etwas das zum ersten Mal tatsächlich eines werden konnte!

00:14:56: Die lose Idee, die mich über Jahre begleitet hatte, hatte Gestalt angenommen.

00:15:02: Und damit entstand ein neuer Wunsch – ich wollte nicht einfach irgendeine Möglichkeit finden den Text zu veröffentlichen!

00:15:11: Ich wollte dass daraus ein richtiges Buch wird in einem renommierten Verlag der zum Thema passt das Manuskript ernst nimmt und ihm den richtigen Rahmen gibt.

00:15:37: Für mich gab es damals zwei Verlage, bei denen ich dieses Buch gleichermaßen gerne gesehen hätte.

00:15:43: Beide sind renommierte alteingesessene Häuser und beide hatten genau jene Größe die mir für mein Buch richtiger schien.

00:15:53: Für mich fühlte sich ein renommierter alteingessessener Verlag mit einer überschaubaren Größe richtig an.

00:16:00: Ich wünschte mir Erfahrung einen guten Namen und zugleich eine persönliche Zusammenarbeit einen Ort, an dem mein Buch nicht einfach nur eines von sehr vielen Projekten sein würde.

00:16:14: Einen dieser beiden Verlage hatte ich meinem Manuskript bereits angeboten.

00:16:18: Von dort erhielt ich eine Absage – allerdings eine ausgesprochen Wertschätzende!

00:16:25: Mein Manus kript habe Ihnen gut gefallen aber es passe nicht in Ihr Verlagsprogramm.

00:16:31: Gleichzeitig wünschen Sie mir alles Gute und dass ich einen Verlag finden würde, zu dem dieses Buch gehört.

00:16:40: Natürlich war es eine Absage aber sie vermittelte mir nicht das Gefühl, das mit meinem Buch etwas nicht stimmte.

00:16:48: im Gegenteil Sie bestärkte mich darin nach dem richtigen Platz dafür zu suchen.

00:16:55: und dann war da noch mein zweiter Wunschverlag Müller-Rüschlikon.

00:17:01: Am zwanzigsten August twenty-fünfundzwanzig war das Manuskript fertig und wir hatten gerade Besuch.

00:17:09: Eigentlich weiß kein Augenblick, in dem ich einen großen nächsten Schritt geplant hätte aber dann kam diese Blitzidee.

00:17:18: Ich rufe dort jetzt einfach mal an Ganz frech Nicht erst lange überlegen nicht wochenlang an der perfekten Anfrage feilen Nicht darüber nachdenken, ob man bei einem renommierten Verlag überhaupt einfach anrufen darf.

00:17:35: Ich nahm das Telefon und rief an!

00:17:40: Und aus diesem spontanen Anruf wurde ein fast einstündiges Gespräch mit Frau König.

00:17:56: Das war noch keine Zusage, aber mein Buch war nun bei einem der beiden Verlage angekommen die ich mir dafür wirklich gewünscht hatte.

00:18:10: Aus meiner Hoffnung war eine reale Möglichkeit geworden.

00:18:17: Von diesem Tag an hatten Frau König und ich regelmäßig Kontakt und je häufiger wir miteinander sprachen und schrieben, desto besser lernte ich diese großartige Frau kennen die sich so sehr für mein Buch starkmachte.

00:18:33: Frau König hatte man Manuskript nicht einfach nur entgegengenommen und weitergereicht, sie beschäftigte sich damit, hielt mich auf dem Laufenden und setzte sich mit einer Begeisterung für dieses Buch ein, die für mich alles andere als selbstverständlich war.

00:18:53: Noch waren nichts endgültige entschieden noch hatte ich keinen Vertrag und keine Gewissheit das aus dem Manuskrit tatsächlich ein Buch werden würde.

00:19:03: Aber ich wusste zunehmend, da ist jemand der an dieses Projekt glaubt und sich dafür stark

00:19:11: macht.".

00:19:12: Und Anfang Januar kam schließlich die endgültige Zusage.

00:19:18: Mein Manuskript würde veröffentlicht werden – nicht irgendwann vielleicht, nicht nur als Idee und nicht als Datei auf meinem Mac!

00:19:28: Es würde tatsächlich ein bei einem der beiden Verlage, die ich mir dafür von Anfang an gewünscht hatte.

00:19:39: Und ehrlich gesagt?

00:19:40: Ich konnte es kaum glauben!

00:19:42: Aus vielen Jahren des Sammlens, Lesens und Nachdenkens würde wirklich mein Buch werden – aus all den Studien wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fragen, die mich so lange begleitet hatten, viel zu wenig Schlaf und sehr viel Geduld von Katja.

00:20:05: All das sollte einen Einband, einen Titel und einem Platz in einem Bücherregal bekommen – und auf dem Cover würde mein Name stehen!

00:20:17: Vielleicht war genau das so schwer zu begreifen?

00:20:21: Für andere würde es irgendwann ein Buch sein, dass sie in die Hand nehmen, aufschlagen und lesen können….

00:20:27: Für mich waren darin mehr als zehn Jahre meines Lebens versammelt.

00:20:45: Und dann bekam dieses Buch noch etwas, das mir ganz besonders viel bedeutet – ein Vorwort von Udo Ganzloser.

00:20:56: Ich kenne und schätze Udo schon seit vielen Jahren.

00:20:59: Er ist der Kynologe- und Wissenschaftler, von dem ich fachlich am allermeisten halte.

00:21:06: Also habe ich ihn einfach gefragt und seine Antwort war Ja, die E-Mail mit seinem Vorwort kam in einem denkbar unpassenden Moment.

00:21:17: Ich stand gerade unter der Dusche aber natürlich konnte ich nicht warten.

00:21:23: also habe ich den Text noch nass gelesen und während ich dort stand und seine Worte las hatte ich Tränen in den Augen!

00:21:32: Nicht nur weil er ein Vorwort für mein Buch geschrieben hatte sondern wegen der Wertschätzung die aus diesem Text sprach Für mich, für meine Arbeit und für mein Manuskript.

00:21:47: Wenn ein Mensch dessen Wissen- und Urteil einem selbst so viel bedeutet die eigene Arbeit auf diese Weise würdigt lässt sich das nur sehr schwer in Worte fassen.

00:21:59: Dieses Vorwort ist für mich nicht einfach ein Text auf den ersten Seiten des Buches.

00:22:05: es ist etwas sehr Persönliches und etwas auf das ich unglaublich stolz bin.

00:22:24: Nach der Zusage war das Manuskript natürlich noch längst kein fertiges Buch.

00:22:29: Als nächstes kam die Idee, dass da Text eine bessere Struktur brauchte und ich hatte dafür einen vermeintlich genialen Plan!

00:22:40: Am einfachsten wäre es doch das Wörterkument in einer PDF-Datei umzuwandeln – und in einer pdf kann ich schließlich wunderbar ganze Seiten verschieben sehr schnell Ordnung in ein umfangreiches Manuskript bringen, soweit zu richtig.

00:23:01: Aber habt ihr schon einmal versucht eine PDF anschließend wieder in einen Wörterkument zu verwandeln?

00:23:09: Nicht lachen!

00:23:11: Ich habe daraus gelernt – das macht man nicht.

00:23:16: Zumindest nicht mit einem Manuskrit von onehundertsechzig tausend Wörtern an dem einen sehr viel liegt.

00:23:26: Immerhin hatte das Dokument danach eine gute Struktur.

00:23:31: Nur standen darin plötzlich an manchen Stellen andere Buchstaben als zuvor, Zeichen waren verschwunden, Wörter verändert und offenbar hatte die Technik noch ein paar eigene kreative Ideen zum Buch beigesteuert.

00:23:48: also musste ich das gesamte Manuskript wieder und wieder Korrektur lesen gefühlt ungefähr ein tausendmal Nicht mehr nur, um Formulierungen zu verbessern oder wissenschaftliche Angaben zu überprüfen sondern auch, um herauszufinden an welchen Stellen die Umwandlung beschlossen hatte mein Buch selbstständig umzuschreiben.

00:24:12: Die Struktur war danach tatsächlich besser.

00:24:16: ob dieser Weg dorthin der Klügste war darüber müssen wir nicht sprechen und dann war das Manuskript endlich fertig Wirklich fertig, dachte ich zumindest.

00:24:42: Der Text stand die Struktur funktionierte und auch die Folgen meines kleinen PDF-Experiments waren fast weitgehend beseitigt.

00:24:54: Nun fehlten eigentlich nur noch die Fotos.

00:24:57: Nur noch bedeutete in diesem Fall ungefähr dreihundert Bilder.

00:25:04: Viele Menschen haben mir dafür Fotos zur Verfügung gestellt.

00:25:07: Dafür möchte ich an dieser Stelle wirklich Danke sagen.

00:25:12: Manche Bilder waren bereits vorhanden, andere mussten erst gesucht werden und dann gab es noch ein paar sehr konkrete und vielleicht auch ein wenig verrückte Fotowünsche von mir die kurzfristig umgesetzt werden mussten.

00:25:27: Ein besonderer Dank gilt Cindy und Brigitte!

00:25:31: Die beiden haben sich darauf eingelassen und genau jene Aufnahmen gemacht, die dem Buch noch gefehlt haben.

00:25:39: Danke euch beiden für eure Zeit eurer Geduld und dafür dass ihr bei meinen ungewöhnlicheren Ideen nicht lange gefragt habt ob das wirklich notwendig ist sondern überlegt habt wie wir sie umsetzen können.

00:25:55: damit waren die Fotos also da ungefähr dreihundert Stück.

00:26:00: Jetzt musste ich sie eigentlich nur noch den richtigen Unterkapiteln zuordnen.

00:26:06: Nur noch!

00:26:09: Denn bei dreihundert Bildern bedeutet das, jedes einzelne braucht seinen Platz Es muss inhaltlich passen eine Funktion erfüllen und dort landen wo es den Text wirklich ergänzt.

00:26:24: Dazu kommen Bildunterschriften, Zuordnungen und Urheberangaben.

00:26:30: Das Buch war also fertig Nur eben noch nicht ganz.

00:26:48: Und dann kam der große Augenblick, das Manuskript ging in die Grafik.

00:26:54: Zum ersten Mal sah ich was aus meinen einhundertsechzig tausend Wörtern geworden war.

00:27:01: Sie waren nicht länger endlose Seiten in einem Wörterkument sondern hatten plötzlich einen Buchformat.

00:27:08: Es gab eine Gestaltung gesetzte Überschriften Bilder an ihren Plätzen und Seiten die tatsächlich so aussahen, als könnte man sie bald in einem gedruckten Buch umblättern.

00:27:22: Diesen Moment kann ich kaum beschreiben – natürlich wusste ich längst, dass das Buch erschienen wird!

00:27:29: Es gab die Zusage, wir arbeiteten daran, die Fotos waren geordnet und trotzdem war es bis dahin in gewisser Weise immer noch ein Manuskript gewesen eine sehr große Datei auf meinem Mac.

00:27:46: Aber jetzt konnte ich es zum ersten Mal sehen.

00:27:49: Nicht nur den Text und nicht nur einzelne Bestandteile, sondern mein Buch!

00:27:56: Meine einhundertsechzigtausend Wörter die aus so vielen Jahren des Sammels entstanden waren hatten plötzlich eine Gestalt – und das war unbeschreiblich.

00:28:09: Es war so toll!

00:28:12: Vielleicht war das der Augenblick indem ich zum ersten Mal wirklich begriff, dass hier wird nicht nur irgendwann ein Buch.

00:28:21: Es ist schon eines auch wenn ich es noch nicht in den Händen halten konnte.

00:28:28: und nach dieser ersten gesetzten Fassung folgten unzählige Korrekturrunden wiederlesen prüfen verändern nochmal prüffen.

00:28:40: Irgendwann kam dann jener eigentümliche Moment in dem nichts mehr ergänzt nichts mehr verbessert werden konnte.

00:28:49: Die Druckdaten waren freigegeben, das Buch war nicht länger ein Projekt an dem wir arbeiteten.

00:28:56: es war auf dem Weg in den Druck.

00:29:12: auch der Titel war irgendwann plötzlich im meinem Kopf dem Geruch auf der Spur.

00:29:18: Es gab keine lange Liste mit möglichen Varianten und kein mühsames Suche nach einem besonders originellen Titel.

00:29:26: er war einfach da und er passte.

00:29:29: Denn genau darum geht es in diesem Buch, dem Geruch und das Sinnesleistung des Riechens auf die Spur zu kommen.

00:29:37: Zu verstehen wie Geruch entsteht, wie er sich verändert, wie ihr wahrgenommen und im Gehirn verarbeitet wird – bei Hunden, bei uns Menschen und auch bei anderen Lebewesen.

00:29:50: Natürlich steckt in dem Titel zugleich eine Verbindung zur praktischen Nasenarbeit.

00:29:56: Ein Hund folgt einer Geruchsspur Aber das Buch selbst folgt einer anderen Spur, jener der wissenschaftlichen Erkenntnisse.

00:30:06: Es versucht Geruch Schritt für Schritt zu untersuchen Zusammenhänge sichtbar zu machen und herauszufinden was wir heute tatsächlich über diese außergewöhnliche Sinneswelt wissen.

00:30:21: Deshalb war dem Geruch auf der Spur nicht nur ein schöner Titel es war genau DER Titel den dieses Buch brauchte.

00:30:42: Aber was findet man nun eigentlich darin?

00:30:46: Dem Geruch auf der Spur ist kein klassisches Man Trailing-Buch und auch keine Trainingsanleitung, die vorgibt wie ein Hund Schritt für Schritt ausgebildet werden soll.

00:30:59: Natürlich geht es um Nasenarbeit, Man Trailling und die Suche nach Menschen aber das Buch beginnt viel früher bei der Frage Was Geruch überhaupt isst und wie Wahrnehmung funktioniert.

00:31:14: Ich beschäftige mich mit der Anatomie- und Physiologie der Hundenase, mit Riechrezeptoren, dem Riechsystem und der Verarbeitung von Geruch im Gehirn – aber ebenso mit unserer eigenen Nase!

00:31:27: Denn auch wenn wir Menschen uns gerne für ausgesprochen schlechte Rieche halten ist unser Geruch sind sehr viel leistungsfähiger und bedeutsamer als wir ihm im Alltag

00:31:37: zugestehen.".

00:31:39: Es geht um menschlichen Körpergeruch und darum, wie er entsteht.

00:31:43: Um das Mikrobiom, um genetische Einflüsse, Emotionen, Erkrankungen und weitere Faktoren die unseren Geruch mitbestimmen können!

00:31:53: Und natürlich um die Frage, die für das Man-Trailing besonders wichtig ist – was macht einen menschliche Individualgeruch eigentlich individuell?

00:32:04: Wie eindeutig und unveränderlich ist er tatsächlich.

00:32:09: Ich betrachte auch, was mit Geruch geschieht, sobald er den Körper verlassen hat?

00:32:15: Welchen Einfluss haben Untergrundtemperaturfeuchtigkeit Wind und die gesamte Umwelt?

00:32:22: Wie verteilen sich Geruchstoffe?

00:32:25: Was kann ein Hund davon wahrnehmen?

00:32:27: – und an welchen Stellen erzählen wir uns in der Nasenarbeit sehr überzeugende Erklärungen für die es wissenschaftlich vielleicht gar keine ausreichenden Belege gibt.

00:32:40: Dabei kommen nicht nur Hunde und Menschen vor, ich habe über viele Jahre Erkenntnisse zum Rechen bei ganz unterschiedlichen Lebewesen gesammelt – nicht weil dieses Buch ein zoologischer Rundgang werden sollte sondern weil Forschung an anderen Arten manchmal Zusammenhänge sichtbar macht, die uns helfen Geruch und Riechleistung grundsätzlich besser zu verstehen.

00:33:07: Besonders wichtig war mir die Verbindung verschiedener wissenschaftlicher Bereiche, Human- und Veterinärmedizin, Biologie, Neurophysiologie und Verhaltensforschung.

00:33:19: Dazu kommen mehr als zwei Jahrzehnte meiner eigenen Erfahrung mit Mantrailing und Zukunften.

00:33:27: Wissenschaft und Praxis stehen dabei nicht einfach nebeneinander – ich versuche zu zeigen Was wissenschaftliche Erkenntnisse für unsere praktische Arbeit bedeuten können, aber auch wo wir vorsichtig bleiben müssen?

00:33:42: Weil wir etwas noch nicht sicher wissen.

00:33:46: Wissenschaft liefert schließlich nicht immer die eine klare Antwort, die wir uns wünschen.

00:33:53: Studien können unterschiedliche Ergebnisse bringen.

00:33:57: Eine Untersuchung kann einen Zusammenhang nahe legen ohne ihn endgültig zu beweisen.

00:34:03: Erkenntnisse können sich durch neue Forschung verändern.

00:34:07: Und manchmal lautet die wissenschaftlich ehrlichste Antwort, wir wissen es noch nicht!

00:34:13: Gerade diese Grenzen wollte ich nicht verstecken.

00:34:17: Wissenschaftlich fundiert zu schreiben bedeutet für mich nicht auf jede Frage eine beeindruckend klingende Antwort zu geben.

00:34:25: Es bedeutet auch Unsicherheit auszuhalten verschiedene Erklärungen voneinander zu trennen und deutlich zu sagen, wo Wissen endet und eine Annahme beginnt.

00:34:39: Gleichzeitig sollte das Buch verständlich bleiben!

00:34:42: Ich wollte wissenschaftliche Inhalte nicht so stark vereinfachen dass sie zwar leicht zu lesen aber nicht mehr richtig sind Und ich wollte Sie auch nicht in einer Sprache erklären für die man zuerst ein Studium braucht.

00:34:56: Diese Balance war eine der größten Herausforderungen des gesamten Buches.

00:35:15: Geschrieben habe ich dieses Buch für alle Menschen, die sich mit Geruch und Riechleistung beschäftigen möchten.

00:35:22: Natürlich richtet es sich auch an Hundehalter, an Menschen aus der Nasenarbeit, an Trainer sowie an Such-und-Einsatsteams – aber es ist ausdrücklich kein Buch nur für Hundemenschen!

00:35:35: Es geht ebenso um die menschliche Riechleistung, um Körpergeruch, Wahrnehmung und die Wirkung von Gerüchen auf unser Verhalten unserer Emotionen und unser Leben.

00:35:48: Erkenntnisse über andere Lebewesen helfen zusätzlich dabei riechen als biologisches Phänomen in seiner ganzen Vielfalt zu verstehen.

00:35:58: Das Buch richtet sich deshalb auch an Menschen aus Medizin, Tiermedizin, Biologie und Verhaltensforschung und an alle interessierten Leser, die wissen möchten was Geruch eigentlich ist wie Riechen funktioniert und was Wissenschaft heute darüber sagen kann.

00:36:17: Man muss weder einen Hund haben noch selbst Nasenarbeit betreiben.

00:36:21: man braucht nur Neugier auf eine Welt die uns ständig umgibt und die wir trotzdem oft kaum bewusst wahrnehmen.

00:36:30: Und man sollte Freude daran haben genauer hinzusehen und einfache Antworten auch einmal in Frage zu stellen, denn dieses Buch will nicht lediglich wiederholen wie unglaublich die Hundenase ist.

00:36:44: Das wissen wir längst!

00:36:46: Es möchte erklären was wir über Riechleistung tatsächlich wissen – welche Möglichkeiten sie besitzt und wo aus Wissen, Annahmen, Erzählungen oder sogar Mythen werden.

00:37:12: Nun ist es fertig.

00:37:14: In diesem Buch steckt Wissen, dass ich über mehr als ein Jahrzehnt gesammelt habe.

00:37:20: Darin stecken mehr als zwei jahrzehnte Erfahrung mit Hunden und Nasenarbeit.

00:37:26: Vor allem aber steckt er in der Wunsch dieses Wissen nicht für mich zu behalten sondern es weiterzugeben?

00:37:33: Ich hoffe sehr das meine Arbeit vielen Menschen Freude macht!

00:37:37: Dass sie beim Lesen Neues entdeckend Zusammenhänge erkennen und immer wieder kleine oder große Aha-Momente erleben.

00:37:47: Vielleicht verändert das Buch an manchen Stellen sogar dem Blick auf den eigenen Hund, auf eine Trainingssituation, auf einen vertrauten Geruch oder auf die eigene Nase – vor allem aber hoffe ich dass es ein Buch mit echten Mehrwert geworden ist!

00:38:05: Ein Buch das nicht nur Wissen sammelt sondern etwas verständlicher macht eines, das man nicht nur einmal liest und dann ins Regal stellt sondern immer wieder zur Hand nimmt weil man darin noch etwas entdecken nachschlagen oder neu einordnen kann.

00:38:24: Für andere beginnt die Geschichte dieses Buches vielleicht in dem Moment indem sie es zum ersten Mal aufschlagen.

00:38:31: für mich begannen sie vor mehr als zehn Jahren mit einer Sammlung von der ich damals noch nicht wusste dass sie irgendwann mal einem buch werden würde Und nun halte ich es tatsächlich in den Händen.

00:38:58: Mein Buch!

00:39:01: Als ich das erste Paket geöffnet habe, war da dieser Geruch nach neuen Büchern ein Geruch, den vermutlich jeder kennt aber für mich war in diesem Augenblick vollkommen neu denn zum ersten Mal war es der Geruch meines eigenen Buches.

00:39:21: Ich nahm es heraus, sah das Cover und blätterte durch die Seiten, die ich bisher nur auf einem Bildschirm gekannt hatte.

00:39:30: Und obwohl ich jedes Wort, jedes Bild und jede Überschrift kenne, fühlte sich alles plötzlich anders an.

00:39:39: Vielleicht lässt sich dieses Gefühl gar nicht beschreiben!

00:39:43: Es ist unglaublich so real, unfassbar schön – und ich bin gerade einfach sehr, sehr stolz.

00:39:54: Denn was ich hier in meinen Händen halte, ist sehr viel mehr als bedrucktes Papier.

00:40:01: Es sind mehr als zehn Jahre gesammeltes Wissen über zwei Jahrzehnte Erfahrung – sieben Wochen im Schreibrausch, hundertsechzig Tausend Wörter, ungefähr dreihundert Fotos und unzählige Stunden des Lesens-, Prüfens- und Korrigieren.

00:40:21: Darin stecken Katjas Geduld Frau Königs Einsatz Udo ganzlosers wertschätzende Worte und die Unterstützung all jener Menschen, die Wissen, Erfahrung und Bilder zu diesem Buch beigetragen haben.

00:40:37: Für andere beginnt die Geschichte dieses Buches vielleicht in dem Moment, indem sie es zum ersten Mal aufschlagen – für mich begannen sie vor mehr als zehn Jahren!

00:40:50: Und jetzt liegt es vor mir….

00:40:53: Es riecht nach einem neuen Buch Es fühlt sich an wie ein wahr gewordener Traum und auf dem Cover steht mein Name.

00:41:04: Plötzlich ist es tatsächlich ein Buch, danke dass ihr heute mit mir zwischen den Spuren unterwegs wart!

00:41:15: Ich bin Karina Kalks und das war die Antwort auf Alles Ist Geruch Die Frage bleibt.

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