Richtiges Alter
Shownotes
Richtiges Alter?
Wann ist ein Hund bereit fürs Trailen? In dieser Folge geht es um Welpen, Junghunde und ältere Hunde – und darum, warum der Aufbau wichtiger ist als eine feste Altersgrenze.
Ich spreche über Erregung und Erwartung beim Suchen, die Behauptung rund um Dopamin und die Frage, woran wir erkennen, ob eine Aufgabe zu einem Hund passt. Auch ein später Einstieg ist möglich.
Themen dieser Folge: Warum frühes Trailen umstritten ist Was Dopamin und Erregung damit zu tun haben Wie Nasenarbeit für junge Hunde passend aufgebaut wird Warum es für den Einstieg nie zu spät ist
Mehr Informationen: Karina Kalks Sachverständige für Hunde | Autorin | Mantrail Academy Austria
Buch: „Dem Geruch auf der Spur – Geruchssinn verstehen bei Hund und Mensch“
Die Frage dieser Folge: Gibt es ein richtiges Alter, um mit Mantrailing zu beginnen?
Studien zur Folge
Wells & Hepper (2006): Pränatales Geruchslernen beim Hund https://doi.org/10.1016/j.anbehav.2005.12.008
Bray et al. (2020): Kognitive Fähigkeiten von 8 bis 10 Wochen alten Welpen https://doi.org/10.1016/j.anbehav.2020.05.019
Bray et al. (2021): Kognitive Entwicklung in den ersten zwei Lebensjahren https://doi.org/10.1007/s10071-020-01443-7
Duranton & Horowitz (2019): Nosework und positive Urteilstendenz https://doi.org/10.1016/j.applanim.2018.12.009
Sobol & Dowling-Guyer (2026): Nasenarbeit im Vergleich zu anderen Trainingskursen https://doi.org/10.1016/j.applanim.2026.106924
Durán-Arroyo et al. (2026): Frühe Geruchserfahrungen bei Spürhunden https://doi.org/10.1007/s11259-026-11237-w
Transkript anzeigen
00:00:02: Die Antwort auf alles ist Geruch.
00:00:09: Ein Podcast über Geruch, Hunde und die Fragen dahinter mit Karina Kalks Kann man zu früh mit Menntrailing oder auch Nasenarbeit beginnen?
00:00:28: Diese Frage taucht immer wieder auf!
00:00:30: Und manchmal klingt die Antwort ziemlich eindeutig.
00:00:34: Mit einem Welpen oder Junghund sollte man lieber noch nicht trälen.
00:00:38: Sein Gehirn sei noch nicht ausgereift, vor allem die Bereiche, die Impulse kontrollieren und Erregung regulieren – sein noch in Entwicklung.
00:00:49: Beim Suchen komme dann auch noch Dopamin hinzu.
00:00:53: Und am Ende habe man einen Hund der nur noch trälen möchte und gar nicht mehr herunterkommt.
00:01:01: Das klingt erst einmal plausibel!
00:01:04: Vor allem, wenn man schon einmal einen jungen Hund gesehen hat der beim Anblick des Trailgeschirrs schreit in die Leine springt und kaum noch ansprechbar ist.
00:01:15: Aber was genau zeigt uns dieser Hund?
00:01:19: Zeigt er das Nasenarbeit seinem Gehirn geschadet hat oder zeigt er, was er in diesen konkreten Situationen gelernt hat?
00:01:30: Ich möchte diese Frage heute ernst nehmen Denn natürlich können wir junge Hunde überfordern.
00:01:37: Natürlich können wir Erregung trainieren und natürlich ist eine Suche nicht automatisch gut, bloß weil der Hund dabei seine Nase benutzt.
00:01:46: Genau so wenig gibt es aber einen guten Grund aus der Tatsache dass ein Gehirn noch in Entwicklung ist ein allgemeines Verbot für altersgerechte Geruchserfahrungen abzuleiten.
00:02:00: Heute geht es also um die Entwicklung junger Hunde, um Dopamin-, um Erwartung, um einen sinnvollen Aufbau und am Ende um die andere Hälfte der Altersfrage.
00:02:13: Kann man auch zu spät anfangen?
00:02:28: Stellen wir uns einen jungen Welpen vor!
00:02:32: Die Augen sind noch geschlossen das Gehör entwickelt sich erst.
00:02:36: Trotzdem findet er sich in seiner kleinen Welt zurecht.
00:02:40: Gerüche spielen dabei von Anfang an eine Rolle.
00:02:44: Sie helfen ihm, sich zu Mutter und zur Milchquelle zu orientieren – und Hunde können bereits sehr früh Geruchserfahrungen abspeichern!
00:02:55: Das heißt nicht dass ein Neugeborener Weltbemenntrailing machen sollte.
00:02:59: Zwischen natürlichem Geruchslernen und organisiertem Training liegt ein großer Unterschied.
00:03:05: Es heisst aber Die Nase wartet, nicht auf einem bestimmten Geburtstag um plötzlich angeschaltet zu werden.
00:03:14: Später wenn der Welpe mit uns unterwegs ist untersucht er seine Umgebung ebenfalls mit der Nase.
00:03:21: eine Hausmauer an der andere Hunde vorbeigekommen sind Eine Wiese ein Paket vor der Haustür Der Geruch einer fremden Person.
00:03:31: Für uns ist ein Weg vielleicht immer derselbe Weg.
00:03:35: Für den Hund erzählt er jeden Tag etwas anderes.
00:03:39: Wenn jemand sagt, das Gehirn sei noch nicht fertig entwickelt und deshalb dürfe ein junge Hund seine Nase nicht für eine Aufgabe einsetzen, fehlt mir einen entscheidender Schritt in dieser Argumentation.
00:03:52: Ein Gehirneninentwicklung lernt ja gerade durchpassende Erfahrungen!
00:03:57: Die wichtige Frage lautet – Welche Erfahrungen machen wir möglich?
00:04:02: Und wie dosieren wir
00:04:04: sie?!
00:04:05: Das gilt nicht nur fürs Tränen.
00:04:08: Ein Welpe lernt, auf Menschen zuzugehen, Reize einzuordnen mit Frustration umzugehen und sich in unbekannten Situationen zurechtzufinden.
00:04:19: Wir würden nichts sagen weil seine Impulskontrolle noch nicht ausgereift ist.
00:04:25: lassen wir ihn bis zum Erwachsenenalter überhaupt nichts Neues kennenlernen!
00:04:30: Wir achten viel mehr darauf dass die Erfahrungen zu ihm passen und dass er sich dabei sicher fühlt.
00:04:38: Genauso sehe ich früher Nasenarbeit.
00:04:54: Junge Hunde sind keine kleinen erwachsenen Hunde, sie können sich schneller aufregen, sind mit Unterrascher erschöpft und reagieren nicht immer gleich auf dieselbe Situation.
00:05:06: Ein Junghund der gestern auf einem belebten Platz gut arbeiten konnte kann heute schon an einer einzigen Hunde Begegnung hängen bleiben.
00:05:15: Entwicklung verläuft nicht wie ein gerader Strich.
00:05:20: Dazu kommt, Hunde lernen was sich lohnt!
00:05:24: Wenn ein bestimmtes Geschirr jedes Mal das Signal für ein hochemotionales Ereignis ist wird schon das Geschirrr etwas auslösen.
00:05:33: Wenn vor jedem Start alle warten den Hund anfeuern und die Versteckperson am Ende ein riesiges Fest veranstaltet kann die Erwartung wachsen – das ist Lernen.
00:05:45: Und ja, Belohnung und Erwartungen haben mit den Motivationssystemen des Gehirns zu tun.
00:05:52: Dopamin ist daran beteiligt – aber aus dem Wort Dopamin folgt noch keine Diagnose!
00:05:59: Wir können beim Mantrailing nicht einfach beobachten wie viel Dopamin ein einzelner Hund während eines Trails ausschüttet.
00:06:07: Und aus sichtbarer Freude oder Aufregung kann man nicht ableiten dass ein Hund durch Nasenarbeit süchtig geworden ist.
00:06:16: Für die Behauptung, das altersgerecht aufgebautes Man-Trailing bei Welpen wegen einer starken Dopaminausschüttung dauerhaft die Selbstregulation schädigt, kenne ich keine belastbare direkte
00:06:28: Untersuchungen.".
00:06:30: Das ist wichtig!
00:06:32: Eine mögliche Erklärung ist noch kein nachgewiesener Mechanismus.
00:06:37: Auf der anderen Seite wäre es genauso unredlich zu behaupten Nasenarbeit mache jeden jungen Hund automatisch ruhig und ausgeglichen.
00:06:47: Dafür ist die Wirklichkeit zu unterschiedlich, ein Hund kann beim Suchen hochkonzentriert wirken und nachher trotzdem völlig aufgetreten sein.
00:07:00: Ein anderer wirkt während der Suche lebhaft und kann danach problemlos schlafen – ich schaue deshalb auf den gesamten Hund!
00:07:11: Was passiert?
00:07:12: vor dem Start.
00:07:13: Was passiert während der Aufgabe und besonders, was passiert danach?
00:07:19: Zu Hause und beim nächsten Training.
00:07:34: Nehmen wir zwei Welpen – beide finden eine versteckte Person.
00:07:39: Von außen sieht es vielleicht ähnlich aus!
00:07:42: Der Weg ist kurz, am Ende gibt es eine Belohnung.
00:07:46: Beim ersten Welpen läuft es so….
00:07:49: Er kommt in einer für ihn überschaubaren Umgebung an.
00:07:53: Er darf sich orientieren, die Versteckperson geht in einen kleinen leicht verständlichen Weg.
00:08:00: der Welpe findet sie ohne großen Druck bekommt eine für ihn passende Belohnung und danach ist die Aufgabe zu Ende.
00:08:09: vielleicht schnüffelt er noch ein wenig in der Gegend trinkt etwas und schläft später.
00:08:14: beim zweiten Welpen ist schon die Ankunft hektisch.
00:08:19: Mehrere Hunde warten, Menschen reden laut der Welpe.
00:08:22: Sieht seine Lieblingsperson davon laufen.
00:08:24: er muss lange warten obwohl er immer aufgeregter wird.
00:08:28: dann startet er an einer straffen Leine wenn er stockt wieder angefeuert.
00:08:32: am Ende folgt ein riesiger emotionaler Höhepunkt und kaum ist er wieder ansprechbar beginnt die nächste Runde.
00:08:41: beide Welpen haben ihre Nase benutzt aber sie haben ganz verschiedene Dinge erlebt und gelernt.
00:08:49: Bei dem zweiten Welpen würde ich aufmerksam werden.
00:08:53: Nicht weil die Nase etwas Gefährliches getan hat, sondern weil Aufregung, Wartenfrust und Belohnungen zu einem Paket geworden sind – das für diesen Hund womöglich zu groß ist!
00:09:07: Auch beim erwachsenen Hund kann so etwas passieren.
00:09:10: Nur haben junge Hunde oft weniger Erfahrung um mit dieser Situation umzugehen….
00:09:16: Gerade deshalb brauchen sie einen Aufbau, bei dem wir ihnen helfen Erfolg, Erwartung und Pause zu verarbeiten.
00:09:25: Ein wichtiger Punkt ist dabei, Ruhe kann man nicht einfach dadurch herstellen dass man den Hund zum Stillhalten zwingt während innerlich alles hoch fährt.
00:09:37: Ich möchte das ein Hund die Situation tatsächlich bewältigen kann.
00:09:42: Manchmal bedeutet es mehr Abstand zu anderen Teams einen einfacheren Trail, manchmal nur eine Suche und manchmal bedeutet es an diesem Tag gar nicht zu trellen.
00:10:09: Wenn ich mit einem Welpen beginne möchte keine Leistungsabfrage – Ich möchte eine Erfahrung anbieten, da ist ein Mensch den du finden kannst, du darfst deine Nase einsetzen, ich begleite dich… Und die Aufgabe ist lösbar!
00:10:26: Der erste Trail darf lächerlich kurz aussehen.
00:10:30: Das ist vollkommen in Ordnung, wenige Schritte können genügen.
00:10:35: Entscheidend ist nicht die Zahl der Meter sondern ob der Welpe versteht worum es geht und sich in der Situation wohlfühlt.
00:10:44: Ich wähle eine Umgebung in der er die Aufgabe überhaupt wahrnehmen kann.
00:10:50: kein Ort an dem ihn gleichzeitig Autos Kinder fremde Hunde rutschiger Boden und eine laute Gruppe beschäftigen.
00:10:58: Nicht weil er nie solche Dinge kennenlernen soll, sondern weil ich wissen möchte was er gerade verarbeitet.
00:11:05: Komplexität kann später dazukommen – in kleinen Schritten!
00:11:12: Ich beobachte wie er losgeht.
00:11:14: Ist er neugierig?
00:11:16: Kann er sich einen Moment mit dem Geruch beschäftigen, findet er zurück zur Aufgabe wenn etwas anderes interessant wird oder drückt er nur nach vorne während ich das Tempo kaum noch halten kann?
00:11:29: Auch das ist nicht einfach eine Frage von richtig oder falsch, es ist Information für meinen nächsten Trainingsschritt.
00:11:38: Ich achte auf die Leine – ein junger Hund soll an ihr weder ausgebremst noch zur Versteckperson gezogen werden!
00:11:46: Wenn ich ihn führen muss damit der Trail gelingt war die Aufgabe wahrscheinlich noch nicht passend und wenn er mit voller Kraft irgendwo hinrennt muss ich erst verstehen ob er tatsächlich arbeitet oder ob die Gesamtsituation in Mitreist.
00:12:04: Am Ende überlege ich, was ist genau für diesen Hund eine gute Belohnung?
00:12:12: Ein ruhiger Kontakt zur vertrauten Versteckperson ein paar Stücke Futter, ein kleines Spiel.
00:12:19: Es gibt keine Pflicht zum maximalen Jubel.
00:12:22: Die Belohnungen soll für den Hund wertvoll sein und zum Zustand passen in dem er gerade ist.
00:12:30: Und dann ist Schluss, nicht erst wenn der Welpe Fehler macht müde wirkt oder das Interesse verliert sondern möglichst solange diese Erfahrung für ihn noch gut und überschaubar ist.
00:12:44: Welten brauchen viel Schlaf und Erholung?
00:12:48: Ein Trainingstag besteht nicht nur aus den Minuten auf dem Trail auch die Fahrt dass warten.
00:12:54: die fremden Menschen gehören zur Gesamtbelastung.
00:13:00: Dafür gibt es keine magische Alterszahl und keine seriöse Minutenregel, die für alle Welpen passt.
00:13:07: Ich würde mich nicht an einer Starntabelle festhalten sondern am Hund vor
00:13:13: mir.".
00:13:25: Für mich liegt ein großer Wert früher Trails darin das ich Erfahrungen gezielt gestalten kann – einen neuer Untergrund eine kleine Passage an einem Haus vorbei Ein Mensch, der an einer übersichtlichen Stelle wartet.
00:13:42: Ein anderer Geruch ein anderer Ort.
00:13:45: Der Trail gibt dem Hund eine verständliche Aufgabe in dieser Umgebung Aber er ist kein Freifahrtschein um einen unsicheren Welpen mitten durch alles hindurch zu schicken.
00:13:58: Wenn ein Hund vor einem Geräusch erschrickt stark meidet oder Schutz sucht Ist mein Ziel nicht ihn um jeden Preis zum Ziel zu bringen.
00:14:08: Dann schaue ich, was er gerade braucht.
00:14:10: Abstand, Zeit – einen leichteren Weg oder einen Abbruch?
00:14:17: Es ist ein Unterschied ob ein Welper etwas Neues in seinem eigenen Tempo erkundet oder ob er durch eine Aufgabe gezwungen ist, eine belastende Situation auszuhalten.
00:14:30: Das gilt auch für Kontakte mit fremden Menschen.
00:14:33: Der Fund sollte für einen scheuen Hund nicht darin bestehen, dass ihn eine unbekannte Person bedrängt.
00:14:40: Man kann die Situation so gestalten, daß der Hund Abstand halten darf und seine Belohnung trotzdem bekommt.
00:14:48: Wenn ich sage, früher Nasenarbeit kann wertvoll sein, dann meine ich solche überlegten positiven Erfahrungen!
00:14:56: Ich verspreche damit nicht das Trellenangstörungen verhindert oder einen Hund in jeder Umgebung sicher
00:15:03: macht.".
00:15:04: Manche Hunde benötigen zusätzlich gezielte Unterstützung und für manche ist ein Trail an einem bestimmten Ort gerade keine gute Idee.
00:15:26: Mich interessiert weniger, ob ein Hund auf einem einzelnen Trail einmal aufgeregt war?
00:15:32: Interessanter ist ein Muster!
00:15:35: Wird er schon weit vor dem Start immer unruhiger schafft er es kaum auf eine einfache Aufgabe zu achten.
00:15:43: Steigt die Erregung mit jeder Wiederholung, obwohl die Aufgaben leicht sind?
00:15:48: Kann er nach dem Training schlecht zur Ruhe kommen?
00:15:51: Meide der Orte oder Menschen, die im Training vorkamen?
00:15:56: Wirkt er beim nächsten Mal angespannt, obwohl er früher neugierig war?
00:16:01: Keines dieser Zeichen beweist für sich allein das Nasenarbeit der Auslöser ist.
00:16:07: Vielleicht war der Tag insgesamt zu voll!
00:16:10: Vielleicht ist der Hund gerade in einer empfindlichen Entwicklungsphase, vielleicht hat er Schmerzen oder eine andere Belastung.
00:16:18: Aber diese Beobachtungen sind ein Anlass den Aufbau zu verändern und gegebenenfalls gesundheitliche oder verhaltensbezogene Ursachen abzuklären.
00:16:29: Umgekehrt bedeutet Begeisterung nicht automatisch Überforderung – Ein Hund darf sich freuen!
00:16:37: Er darf energisch suchen.
00:16:40: Das Ziel ist kein Hund, der äußerlich immer still und langsam ist.
00:16:46: Ich möchte einen Hund, den die Aufgabe bewältigen kann und nachher wieder zu seinem normalen Zustand zurückfindet.
00:16:54: Dazu frage ich auch die Menschen – wie geht es ihm Zuhause?
00:16:58: Schläft er?
00:16:59: Frisst er normal?
00:17:01: Wie isst er am nächsten Tag?
00:17:03: Eine Trainingsstunde ist nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem Leben!
00:17:21: Die Junghundezeit wird manchmal behandelt, als sei alles was vorher gelernt wurde plötzlich verschwunden.
00:17:30: Dabei verändert sich gerade sehr viel.
00:17:33: andere Hunde werden wichtiger Gerüche können eine neue Bedeutung bekommen.
00:17:38: ein Training das vor einigen Wochen leicht war kann sich plötzlich anders anfühlen.
00:17:45: ich halte es für sinnvoll dann die Anforderungen beweglich zu halten.
00:17:50: Vielleicht funktioniert eine bekannte, einfache Aufgabe in einer ruhigen Umgebung besser als ein neuer schwieriger Trail mitten in der Stadt?
00:17:59: Vielleicht braucht er Hund mehr Zeit um sich vor dem Start zu orientieren?
00:18:04: Vielleicht möchte ich heute weniger Wiederholungen und dafür eine gute Erfahrung!
00:18:11: Und wenn die Erregung rund um das Trellen zunehmend Muss ich nicht zwischen zwei Extremen wählen.
00:18:18: Weiter machen wie bisher oder Nasenarbeit für Monate Streichen, Ich kann die Ankunft verändern.
00:18:25: Wartezeiten verkürzen den Abstand zu anderen Hundenvergrößern Die Belohnung anpassen und einfacher arbeiten Dann beobachte ich was sich tatsächlich ändert.
00:18:38: Dabei darf der junge Hund natürlich auch lernen dass Nicht jeder Wunsch sofort erfüllt wird.
00:18:45: Frustration ist Teil des Lebens.
00:18:49: Aber Frustrationstoleranz wächst nicht dadurch, dass ich ihn immer wieder in eine Situation bringe, die er nicht bewältigen kann – sie wächst wenn die Anforderungen in einem Bereich liegen, in dem Lernen noch möglich ist!
00:19:05: Das ist für mich ein wesentlicher Unterschied zwischen einem durchdachten Aufbau und dem Wunsch möglichst früh möglichst viel zu erreichen.
00:19:28: Ich möchte an dieser Stelle etwas offenlegen, weil bei diesem Thema sehr schnell mit Wissenschaft argumentiert wird.
00:19:36: Es gibt Forschung dazu das Hunde früh mit Gerüchen lernen und dass sich ihre Fähigkeiten und ihr Verhalten im Laufe der Entwicklung verändern.
00:19:45: es gibt auch Studien zur Nasenarbeit und Verhalten.
00:19:49: Manche Befunde sind interessant.
00:19:51: In einer Studie zeigten Hunde nach Nosework ein positiveres Urteil bei einem mehrdeutigen Aufgabe als Hunde, nach einem anderen Training.
00:20:01: Solche Ergebnisse können Hinweise auf das Wohlbefinden geben – sie sind aber kein Beweis, dass jeder Hund durch jede Form der Suche gelassener wird!
00:20:12: Neuere Untersuchungen vergleichen Nasenarbeitskurse mit anderen Trainingsformen.
00:20:18: Die bisherige Datenlage ist zu begrenzt, um daraus eine einfache Formel wie «suchen macht ruhig» oder «sachen macht züchtig», abzuleiten.
00:20:29: Und die Frage, die uns heute beschäftigt – welche langfristigen Folgen hat ein bestimmter Man-Trailing aufbaut im Welpenalter für Erregung und Selbstregulation?
00:20:40: Ist meines Wissens nicht direkt beantwortet!
00:20:44: Eine Untersuchung von Sechsundzwanzig verglich vier Hunde mit sehr frühen Geruchserfahrungen, mit zwanzig später ausgebildeten Spürhunden.
00:20:56: Bei bestimmten späteren Suchleistungen schnitten die Vier Hunde besser ab – das ist spannend!
00:21:04: Aber vier Hünde unterschiedliche Vorgeschichten und eine andere Suchaufgabe reichen nicht aus um daraus abzuleiten.
00:21:14: jeder Welpe sollte möglichst früh Man-Trailing machen damit er später besser wird.
00:21:20: Genauso wenig liefert diese Studie einen Beleg für die gegenteilige Warnung, was sich aus der Forschung mitnehme es deshalb etwas Bescheideneres.
00:21:31: Gerüche gehören sehr früh zum Leben des Hundes.
00:21:35: Lernen und Entwicklung sind eng miteinander verbunden.
00:21:39: Trainingsgestaltung und individuelle Unterschiede sind wichtig.
00:21:44: Für große Behauptungen über langfristige Schäden oder garantierte Vorteile fehlt uns bei frühem Man-Trailing die passende, direkte Forschung.
00:21:55: Meine Empfehlung zum frühen Einstieg ist also eine fachliche Einschätzung aus Praxis-, Lernprinzipien und den verfügbaren Befunden – kein Ergebnis einer Studie, die genau meinen Welpenaufbau gegen spätes Beginn getestet hat!
00:22:26: Bisher ging es um die Sorge, zu früh zu sein.
00:22:30: Aber manchmal höre ich die Frage von Menschen mit einem fünfjährigen oder zehnjährigen oder noch älteren Hund.
00:22:37: Haben wir den richtigen Zeitpunkt verpasst?
00:22:41: Nein!
00:22:42: Ein erwachsener Hund verliert nicht mit dem Welpenalter die Fähigkeit Gerüche zu unterscheiden oder neue Aufgaben zu lernen und ein Hund der nie getrailt hat muss auch keinen Rückstand aufholen.
00:22:55: Er beginnt einfach dort, wo er heute steht.
00:22:59: Bei einem älteren Hund kann das sogar besonders schön sein!
00:23:03: Ich denke an Hunde die vieles nicht mehr so machen können wie früher – lange Wanderungen, bildes Spiel vielleicht eine körperlich belastende Sportart?
00:23:13: Eine passende Suchaufgabe kann ihnen eine neue Möglichkeit geben aktiv zu sein und selbst Entscheidungen zu treffen.
00:23:23: Aber auch hier gilt Die Nase allein hebt körperliche Grenzen nicht auf.
00:23:29: Wenn der Hund Schmerzen hat, schlecht zieht, schneller schöpft oder krank ist, passe ich Ort, Weg, Tempo und dauer an.
00:23:39: Manchmal ist ein sehr kurzer leichter Trail genau richtig – manchmal braucht der Hund eine Pause oder eine andere Beschäftigung.
00:23:48: Lebensqualität entsteht nicht durch eine bestimmte Meteranzahl!
00:23:54: Ich erinnere mich an ältere Hunde, deren Suche äußerlich ganz anders aussah als früher.
00:24:01: Langsamer vielleicht!
00:24:02: Mit mehr Pausen Aber dieser Moment in dem sie Geruch aufgenommen und selbst eine Entscheidung getroffen haben war noch immer ihrer.
00:24:13: Das ist für mich ein guter Grund nicht allein nach dem Geburtsdatum über Nasenarbeit zu entscheiden.
00:24:31: Also Ist es zu früh für die Nase?
00:24:36: Für die Nose selbst?
00:24:38: ganz sicher nicht.
00:24:40: Ein Hund begegneter Welt von Anfang an auch über Gerüche!
00:24:45: Für eine bestimmte Trainingsanforderung kann es sehr wohl zu früh sein, für langes Warten, für zu viele Reize gleichzeitig, für einen schwierigen Trail, für eine Gruppe in der der Hund voll lauter Erwartungen nicht mehr zur Ruhe findet oder für einen Aufbau bei dem wir seine Freude immer weiter hochtrain und seine Grenzen übersehen.
00:25:09: Darum nehme ich die Sorge ernst, dass wir junge Hunde mit Mantrailing überfordern können!
00:25:14: Ich würde aus dieser Sorge nur kein generelles Altersverbot machen – ich schaue auf den Hund, Auf die Aufgabe, auf die Umgebung und auf das was er vor-und nach dem Training zeigt.
00:25:28: Ein Welpe darf suchen ohne etwas beweisen zu müssen.
00:25:33: Ein Junghund darf suchen, auch wenn wir den Plan unterwegs ändern.
00:25:39: und ein alter Hund darf neu anfangen, ohne sich mit einem jungen Hund vergleichen zu müssen.
00:25:46: vielleicht lässt sich die Frage am Ende so beantworten nicht ab wann darf ein Hund trellen sondern was kann dieser Hund heute gut bewältigen?
00:25:59: Und was lernt er dabei über die Suche.
00:26:04: Denn einen guten Start erkennt man nicht daran, wie früh er war sondern daran dass der Hund gern wieder kommt, die Aufgabe versteht und auch nach dem Trail noch gut in seinem Leben ankommt.
00:26:22: Ich bin Karina Kalks Und das war Die Antwort auf alles ist Geruch!
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